Connection timed out Geschichte und Entwicklung der Eninger Kinderkirche : Evangelische Kirchengemeinde Eningen unter Achalm

Geschichte und Entwicklung der Kinderkirche

 

Über 75 Jahre Kinderkirche Eningen

 

Gottesdienste für bestimmte Altersgruppen sind in unserer Kirche noch gar nicht so alt.


Vor etwa 75 Jahren fing man in der Andreaskirche von Eningen an, „Kinderkirche“ zu halten.
Genaueres berichtet Schwester Helene Mayer aus dem Kirschengärtlesweg, die 1926 als 17jährige Kinderkirchhelferin anfing:

Agnes Groß gründete um 1904 eine „Sonntagsschule“ für die Kinder. Sie gehörte zur Altpietistischen Gemeinschaft und war ganz davon durchdrungen, den Kindern auf angemessene Art und Weise das Evangelium weiterzugeben. Die Zahl der Kinder wurde immer größer. Man traf sich im Kindergartenraum des Spitals, den die damalige Schwester Katharine zur Verfügung stellte. Schließlich waren es über 100 Kinder, die sich sonntags trafen.

Nachforschungen im Archiv ergaben folgende Ergebnisse:


Nach Pfarrer Palm (-1925) von Eningen weggezogen war, kam ab August 1925 Pfarrverweser Kübler nach Eningen, um für ein Jahr die Pfarrstelle zu führen. Schon nach vier Wochen befindet sich ein Eintrag im sog. Verkündbuch (Bekanntmachungen im Gottesdienst):
"30. August 1925: Um 2 Uhr Abmarsch zum Kinderfest unserer Kinderkirche auf dem Festplatz, wozu die ganze Gemeinde herzlich eingeladen wird."

 

Man kann sagen, dass dieser Eintrag die „Gründungsurkunde“ der Kinderkirche ist. Von diesem Sonntag ab gab es jedes Mal Eintragungen, dass die Kinderkirche nach dem Gottesdienst stattfindet.


Die nachfolgenden Pfarrer Sauter (1926-27), Vikar Mack und Pfarrer Huppenbauer (1927-1952) haben die Arbeit in guter Weise fortgeführt. Die ersten Kinderkirchhelfer waren neben dem jeweiligen Pfarrer und Vikar selbstverständlich Agnes Groß, dann Schwester Lene, Johanna Rall, Emilie Koch, Emilie Hoffmann, Amalie (Frei?). Erster Kinderkirchhelfer war Karl Hoffmann. Immer wieder gestaltete man auch mit den Kindern den Sonntag. Schwester Helene stellte uns Bilder von damals zur Verfügung, die die Kinder auf dem Rappenplatz unterhalb der Achalm oder auf dem damaligen Festplatz zeigen. Die Bilder werden im Gemeindebrief veröffentlicht.


Die Kinderkirche wurde auch im Dritten Reich kontinuierlich weiter gehalten, obwohl die Jugendarbeit verstaatlich worden ist.


Die große Zahl der Kinder erklärt sich sicherlich daher, dass die Kinderkirche ein attraktives Angebot im Dorfleben war. Die Eltern schickten die Kinder, weil sie wussten, dass die Kinder guten Einflüssen ausgesetzt waren (ob man das von den Sonntagvormittag-Fernsehprogrammen für die Kinder auch behaupten will??).

 

Der Ablauf der Kinderkirche war dem heutigen ganz ähnlich: Damals fing man in der Kirche mit einem Lied und Gebet an und ging dann in die verschiedenen Gruppen auseinander. Zwischen 20 und 30 Kinder war eine Gruppe stark, die sich in der ganzen Kirche verteilte. Eine biblische Geschichte wurden von den Helfern anschaulich erzählt. Man traf sich wieder zum Lied, Fürbittengebet und Segen. Als das Johanneshaus 1975 gebaut wurde, hielt man auch dort regelmäßig Kinderkirche.

Heute ist die Kinderkirche starken Schwankungen unterworfen. In der Sommerzeit kommen weniger Kinder, im Winter mehr. In der Andreaskirche und Johanneshaus sind es durchschnittlich 30 Kinder und fast ein Dutzend HelferInnen. Die Kinder sind sehr viel anspruchsvoller geworden. Als „Attraktionen“ gelten die Weihnachtsfeiern, die Einladeaktionen, der Ostergarten, der Aktionstag auf der Eiferthöhe, der Jahresausflug.

Wichtig ist für uns, dass die Kinder spüren, dass Gott ihnen durch die Kinderkirche etwas Gutes und Wichtiges zu sagen hat. Nur so kann der Glaube Wachsen wie ein Baum. Die Attraktivität früherer Zeiten hat die Kinderkirche an "die Zeitumstände" abgetreten.Trotzdem findet auch mit einer kleineren Zahl regelmäßig Kinderkirche parallel zum Hauptgottesdienst statt, mit Ausnahme der Ferien.Heute bieten wir Kinderkirche in "Projekten" an, weil die Kinder nicht regelmäßig, sondern bevorzugt zu bestimmten Gelegenheiten kommen.

 

Unsere Projekte:

 

  • Nach den Sommerferien: Einladeaktion mit persönlichem Anschreiben. An dem betreffenden Sonntag besondere Vorbereitungen

  • Ab November: Vorbereitungen für das Weihnachtsspiel, am Zielsonntag Einladung der Eltern zum Frühstück

  • Februar / März: Ökumenischer Kindergottesdienst

  • Ostern: Aufbau des Ostergartens

  • Juni: Ausflug am Samstag mit den Kinderkirchfamilien

  • Juli: Ökumenischer Kindergottesdienst im Grünen zusammen mit dem Ortsjugendring

  • Während der Sommerferien im Rahmen des Sommerprogramms des Ortsjugendrings
  • Aktionstag rund um ein biblisches Thema

Im Herbst eines jeden Jahres gibt es im Johanneshaus einen Kinderbibelnachmittag.